Nachfass-Telefonate ja, aber bitte richtig!

Heute bekam ich einen sehr interessanten Anruf von einer Firma aus den Niederlanden, die sehr günstig Apps entwickelt.

Der Anrufer sprach nur englisch und wollte die Inhaberin sprechen, also mich.

Der Beginn des Gespräches verlief wie folgt:

Ich: Guerrilla Marketing Group, Petra Owen…
Er: Oh hello, it’s … , can I speak to Petra Owen please.
Ich: It’s me.
He: Oh great, how are you doing today? (Betont „super freundlich“ und so, als ob wir uns schon wenig kennen würden) und ich dachte, mal sehen, wie lange das dauert. Da ich keine große Lust und Zeit auf Small Talk hatte, sagt ich dann:
Oh, you’re calling regarding your Email? It’s about the Apps?
Er: Yeah great, that’s it! In einem Ton, als wenn ich gerade gesagt hätte, wir kaufen und zwar sofort!
Ich: Yeah, we don’t have any need in that.
Er: What??? In einem inbrünstigen Ton der völligen Ungläubigkeit.
You have no need?????? Er konnte es immer noch nicht glauben.
Ich: Yeah, we don’t have any projects where we would need Apps. I asked my collegues about it and none of us has any need in this service.
Er: Yeah, yeah. You (stark betont) don’t have any projects?
Ich dachte: Hä?
Ich daraufhin: No, We DO have projects but none with App development.
Er dann: May I ask what your company is doing?
Ich dachte: Na endlich fragt er überhaupt mal!
Ich daraufhin: Yeah, we do Marketing and Sales consulting and trainings.
Er: OK. Well, then you might have a need in some time?
Ich: I don’t think so.
Er: Well, I call you in 6 months then.
Ich daraufhin: Ok, better later, bye.

Was kann man daraus lernen?

Ich war drauf und dran gegen Ende des Gesprächs unfreundlich zu werden, andererseits weiß ich selbst zu gut, wie man sich als unsicherer Verkäufer fühlt.
Aus Mitleid bin ich dann freundlich geblieben und hoffe, dass beim nächsten Anruf ich entweder nicht da bin oder er viel professioneller agiert.

Was hätte er besser machen können?

  1. Meinen Namen hören. Und dann sagen: Schön, dass ich Sie erreiche (auf keinen Fall anbiedern!).
  2. Wir hatten ja letztens über die Möglichkeit von App-Entwicklung kurz gesprochen und ich habe Ihnen die versprochene Mail dazu geschickt. Wie sieht’s denn bei Ihnen bezüglich App-Entwicklung derzeit aus?
  3. Nach meinem Einwand fragen: Ah, verstehe. Jetzt im Moment keinen Bedarf oder generell nicht? Dann weiß er auch, wie schnell oder oft er mich wieder anrufen sollte.
  4. Und dann sich bedanken.

Ein positiveres Gefühl bei mir hinterlassen

Nicht nur, dass schon das erste Telefonat ähnlich holperig verlief, woraufhin ich die Mail anforderte, auch, um meine Kollegen zu fragen, ob das für sie interessant sein könnte.
Ich bekam übrigens das Feedback, das ist so billig, das kann nicht professionell sein. Genau so war auch mein Eindruck am Telefon. Absoult unprofessionell. Vielleicht tue ich der Firma unrecht und ihre Leistungen sind ganz toll. Aber letztendlich ist die eigene Wahrnehmung entscheidend. Und die war in dem Fall negativ.

Deswegen: Denken Sie mal über Ihre eigene Telefon-Vorgehensweise bei Nachfass-Telefonaten nach.
Was können Sie verändern, um die Wahrnehmung Ihrer Kontakte noch positiver zu beeinflussen? Viel Erfolg!

 

Geschrieben von

Geschäftsführerin und Trainerin für Akquise, Vertrieb und Kommunikation bei der Guerrilla Marketing Group. Sie co-moderiert seit mehreren Jahren die populäre Sendung GuerrillaFM mit Tipps und Hinweisen zu mehr Wachstum und Profitabilität für Selbständige und mittelständische Unternehmen.

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