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Warum Ihre Kunden Ihre Newsletter-Emails nicht lesen

by | 21. Apr 10 | Allgemein, Email-Newsletter, Internet, Kundenpflege, Marketing, Neukundengewinnung

Vor ein paar Tagen hatten wir in unserer Podcast-Aufnahmerunde die Frage: Wozu soll man sich überhaupt die Mühe machen, einen Newsletter zu schreiben und zu versenden, wenn die meisten Leute sowieso keine Email-Newsletter lesen?

Gerade lese ich einen Newsletter von Michael Katz aus den USA (also gibt es doch noch Email-Newsletter-Leser) und stelle Ihnen die gleiche Frage, die er mir in seinem Newsletter stellt: „Wie hoch ist die Leserate (also die Rate der geöffneten und gelesenen Emails, die Sie versenden) einer Email, die Sie an Ihre Mutter schreiben?“

Ich kenne Ihre Mutter ja nicht persönlich, aber meine öffnet nahezu 100% der Emails/Briefe, die ich an sie schicke. Und bei Ihnen? Die Antwort ist wahrscheinlich die gleiche = 100%. Also ist MELR (= Mutters Email Lese Rate) = 100%.  (Und wenn Ihre Mutter keine Email hat, dann nehmen Sie einen Brief von Ihnen an sie als Vergleich.)

Und nun die nächste Frage: „Wie hoch ist die Öffnungsrate Ihres Email-Newsletters?“ – hmmm – die liegt bei Ihnen bei 20%? … oder vielleicht erreichen Sie 30%? …. oder gar den Olymp für die meisten Email-Newsletter mit 40% Öffnungsrate?

Woran liegt es, dass Ihre Mutter nahezu alles liest, was Sie ihr schreiben, während die Empfänger Ihres Newsletters, die sich eingetragen haben, nur zu einem Fünftel oder einem Viertel Ihre Emails lesen?

Die Gründe dafür sind die Unterschiede zwischen einem erfolgreichen Newsletter und einem normalen Newsletter.

  1. Ihre Mutter kennt Ihren Namen (und Sie)
    Ihre Newsletter-Leser kennen Ihren Namen wahrscheinlich nicht (mehr). Ja, Sie haben sich beim Abonnieren des Newsletters eingetragen und Ihren Namen gesehen, aber das ist vielleicht Wochen her und wenn Sie nicht einen total ungewöhnlichen Namen haben, kann der schnell vergessen sein, bis die erste Newsletter-Email eintrifft.

    Um die Chancen zu erhöhen, dass sich der andere daran erinnern kann, sollten Sie Ihren Namen und Firmennamen im Betreff und/oder der Absenderadresse einfügen.

  2. Ihre Mutter will nicht versäumen, was Sie zu sagen haben
    Vielleicht mag sie nicht immer, was Sie schreiben, aber sie weiß, dass die Email wahrscheinlich wichtig ist. Und das gleiche gilt für Sie als Newsletter-Schreiber – Ihre Leser müssen Angst haben, etwas Wichtiges zu versäumen, wenn Sie den Newsletter nicht lesen: Wichtige Informationen, besondere Angebote oder was gerade in Ihrer „Szene“ passiert.

  3. Sie sprechen Ihre Mutter direkt an
    Ja, im Gegensatz zu einer Email an Ihre Mutter, schreiben Sie Ihren Newsletter an viele Hundert oder Tausend Empfänger. Aber die wichtigsten Emails sind persönlich – Eins-zu-Eins. Ich habe bisher dreimal von mir gesprochen (Ich) und 15-mal von Ihnen (Sie). Und das gelingt immer dann am besten, wenn Sie sich vorstellen, dass der einzelne Leser direkt Ihnen gegenüber sitzt und Sie nur für ihn schreiben.

  4. Und nicht zu vergessen: Ihre Mutter liebt Sie!
    So gut wie alle Eltern lieben ihre Kinder. Egal wie liebenswert Ihnen diese von außen betrachtet auch vorkommen mögen (oder eben nicht). Je persönlicher jemand mit Ihnen verbunden ist, desto eher wird er Ihre Emails lesen. Auch wenn Ihre Leser Sie nie so lieben werden, wie Ihre Mutter es tut, persönliche Verbindung und der Sympathiefaktor erhöhen die Leserschaft.
    Und das geschieht besonders dann, wenn Sie authentisch, offen und interessant sind. Die  meisten Leute sind genau das im persönlichen Gespräch – und die Kunst besteht darin, es auch beim Schreiben zu sein.

Zusammengefasst bedeutet MELR:
Auch wenn die Leserate Ihres Newsletters nur eine statistische Größe ist, die Idee dahinter ist wichtig. MELR bedeutet, wie interessant ist Ihr Newsletter für Ihre Empfänger?

Schreiben Sie so, dass die Leser Sie erkennen können, sich persönlich mit Ihnen verbunden fühlen und Sie vielleicht sogar mögen. Und wenn Sie das schaffen, dann sind Sie nur noch einen kleinen Schritt davon entfernt, dass Sie jemand beauftragt.

P.S.: Rufen Sie Ihre Mutter an!

Kommentare

10 Comments

  1. Sehr guter Beitrag! Manchmal sind es einfache Dinge, die viel bewegen. Werde unseren nächsten Newsletter genau auf diese Punkte hin optimieren.
    ALBERT KREUZ GmbH
    Uwe Schmidt

    Reply
    • Hallo Herr Schmidt,

      danke! Viel Spaß beim Erproben und Umsetzen.
      Beste Grüße

      Anthony

      Reply
  2. Hallo Herr Owen,
    bisher kannte ich nur den „Brief an die Großmutter“, in dem es darum geht, dass man das was man vorhat ganz einfach und verständlich in einem Brief formuliert, um seine Gedanken und das Chaos im Kopf bei großen Vorhaben zu sortieren. Jetzt also auch noch den Newsletter an die Mutter schreiben – wunderbar! Das wird sofort ausprobiert ….
    mit vielen Grüßen, Lisa Kächele

    Reply
    • Hallo Frau Kächele,

      das ist auch nett! Beide würden sich sicher über einen echten Brief freuen!
      Viel Spaß beim Probieren!

      Beste Grüße sendet

      Anthony-James Owen

      Reply
  3. also, ich lese Deine Newsletter immer. Warum? Weil ich weiss, das es sich lohnt. Wenn ich das nicht weiss, sollte beser in der Betreffzeile etwas stehen, was mich interessiert, so dass ich wenigstens die e-mail mal aufmache. Dann muss sie kurz und knackig sein, und höchstens 3 Punkte haben.

    Zur Verbesserung des Newsletters daher bitte die Betreffzeile ändern!

    Gruss

    Sabine

    Reply
    • Hallo Sabine,

      vielen Dank für Deinen Kommentar – ja, das mit der Betreffzeile wäre toll, aber geht im Moment durch die Automatisierung nicht. Im Moment tröste ich mich damit, dass die meisten Leute ja eine Autovorschau der Emails eingestellt haben und damit die Email inkl. Betreff auch sehen können.

      Liebe Grüße nach Südafrika sendet

      Anthony

      Reply
  4. Hallo liebe Guerilla-Marketers,
    eine kleine Fußnot/Ergänzung zu „Warum Eure Kunden Eure Newsletter-Emails nicht lesen“. Als Kunde bin ich allergisch gegen Mails mit Tipp- und Darstellungsfehlern.

    Leider liefert die automatische Anmelde-Bestätigungsmail zu Eurem Guerilla-Newsletter genau die Art von Umlaut-kastriertem Text („Freundliche Gre aus Berlin“, „Guerilla fr die Ohren“), die mich Mails normalerweise sofort löschen lässt.

    Vermutlich kommt der Darstellungsfehler daher, dass Ihr einen US-Email-Provider benutzt.

    Aber: würde ich mir als „normaler“ Kunde überhaupt die Mühe machen, den Fehler wohlwollend zu übergehen? Eher nicht. Der Grund, warum ich die Mail nicht einfach gelöscht habe, ist Euer ausgezeichneter Podcast (GuerillaFM).

    Grüße aus Bochum
    Olaf Winter, Pressereferent

    Reply
    • Hallo Olaf,

      ich wünschte es wäre so einfach und man könnte die „Schuld“ nur dem Umstand des US-Service-Provider zukommen lassen.

      Ich ärgere mich auch immer wieder, dass unsere Leser diese Umlautprobleme erleben. Dummerweise ist der Fehler nicht konsistent zu sehen.

      Es gibt einmal Leser, die eine fehlerhafte Darstellung haben und es gibt sehr viele Leser, die haben eine korrekte Darstellung der Umlaute. Wir testen vor der Aussendung mit web.de, hotmail, gmail, gmx, aol und unserem eigenen Provider bevor wir eine Aussendung machen.

      Test vor Aussendung

      Trotzdem bekommen wir es nicht hin, dass man auf allen Plattformen (Mac, Windows + Linux), alle gängigen Email-Programme und über alle Provider die Emails problemlos lesen kann.

      Irgendwann erreicht man einen Stand, wo niemand wirklich den Fehler erklären kann. Weder die Nutzer, der Provider bis hin zum Email-Clienthersteller. Wie auch immer, ich bin für jeden Hinweis dankbar.

      Beste Grüße aus Berlin nach Bochum

      Anthony

      P.S. Wir freuen uns aber, dass trotz der Umlautprobleme unser Podcast uns gerettet hat.

      Reply
  5. hallo tony,

    I LIKE!

    ich gebe mir ja mühe direkt und authentisch zu schreiben… was dazu führt, dass meine mutter meinen newsletter immer liest (100%).

    aber halt nicht alle anderen… vielleicht übertrifft ihr goodwill ja meinen persönlichen schreibstil noch um längen.

    alles gute und beste grüße aus paris,
    florian

    Reply

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