Die 4 Stunden Arbeitswoche – Reine Zeitverschwendung?

Ich backe nicht mein eigenes Brot. Ich outsource es. Ich mache keine Buchhaltung. Damit verdient mein Steuerberater seinen Lebensunterhalt. Ich koche einige meiner eigenen Mahlzeiten selber, aber ein großer Teil der täglichen Mahlzeiten ist auch outgesourced. Tatsächlich ist sogar ein großer Teil meines Lebens outgesourced.

Ich baue nicht den Computer, mit dem ich arbeite. Schreibe nicht meine eigene Software und erzeuge auch nicht meinen eigenen Strom. Nicht mal den Teppich, der in meinem Büro liegt, habe ich selber gewebt. Ich baue keinen Tee an und grabe auch keinen Brunnen für das Teewasser. Es stimmt also: Outsourcing ist auch ein großer Teil meines Lebens.

Was ich jedoch nicht outsource, ist der Kern meiner eigenen Arbeit: Ich schreibe meine eigenen Artikel. Beantworte selbst meine Emails. Berate meine Kunden selbst. Trainiere Vertriebsmitarbeiter. Schreibe selbst die Texte für die Werbekampagnen unserer Kunden.

Die Anziehungskraft der 4 Stunden Arbeitswoche

Und doch wollen viele Menschen nicht nur einen Teil ihrer Arbeit outsourcen, sondern am besten die komplette Arbeit. Maximal 4 Stunden die Woche arbeiten. Was wenn Hemingway nur 4 Stunden die Woche geschrieben hätte? Oder Steve Jobs nur 4 Stunden in der Woche am „Computer for the rest of us“?

Ich denke an den grünen Tee, den ich trinke und wie er wohl schmecken würde, wenn der Teebauer sich nicht für die 50 oder 60 Stunden Woche, sondern für die 4 Stunden Arbeitswoche entschieden hätte. Wie viele Lebensmittel könnten wir im Supermarkt kaufen, wenn der Landwirt nur 4 Stunden die Woche arbeiten würde? Fast alles um mich herum benötigt sehr viel Mühe und Arbeitszeit, um hier und jetzt verfügbar zu sein. Daher macht die 4 Stunden Arbeitswoche für mich persönlich keinen Sinn.

Man kann Geld in einer 4 Stunden Arbeitswoche „verdienen“

Aber man kann nichts besonderes in 4 Stunden erzeugen. Geld ist nichts besonderes. Wer seinen Job schrecklich findet und keine Kontrolle über seine Arbeit hat, dem kommt es vielleicht so vor. Dann erscheint einem Geld als etwas Besonderes. Aber das stimmt nicht. Ab einer gewissen Summe Geld auf dem Konto spielt Geld keine große Rolle mehr für die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit.

Gute Arbeit ist etwas Besonderes

Gut gemachte Arbeit ist etwas, das wir alle bewundern. Und die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man nicht outsourcen. Das ist die Magie, die aus Arbeit entstehen kann.

Man kann und sollte einige Sachen outsourcen. Aber um bei der Arbeit etwas Besonderes zu erschaffen, braucht es wahrscheinlich eher die 40+ Stunden als die 4 Stunden Arbeitswoche.
Wie viele Stunden hat Ihre Arbeitswoche?

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Geschrieben von

Anthony-James Owen ist Geschäftsführer und Seniorberater der Guerrilla Marketing Group. Er verfügt über vielfältige Erfahrungen im Vertrieb und Marketing seit 1982. Er moderiert seit mehreren Jahren die populäre Sendung GuerrillaFM mit Tipps und Hinweisen zu mehr Wachstum und Profitabilität für Selbständige und mittelständische Unternehmen.

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